Walthari
 
 

Aus dem akademischen Leben
Literatur:
Dauenhauer, E.:  Die Universität als Lebensform und Reformopfer,
Münchweiler 2002
Bibliographische Angaben unter Fenster Sachbücher


 21. April 2018
 

 ›Aus dem akademischen Leben‹
Teil 45 der Artikelserie
Von Univ.-Prof. em. Dr. E. Dauenhauer
 
Entgleiste Campuskultur. Die ehemalige US-Außenministerin und heutige Stanford-Professorin, Condoleezza Rice, beklagt die Gefahr, die von Political Correctness (PC) für die Universitäten ausgeht. PC bedrohe »die Existenz von Universitäten«, weil sie die Denkfreiheit beschränke und die Kreativität unterbinde. Eine Universität sei keine »Wohlfühlzone«, vielmehr gelte: »Niemand hat das Recht, nicht beleidigt zu werden.« Das zu sagen wagt an deutschen Unis niemand. Vielmehr sucht man den Juristen Thomas Rauscher, Professor an der Universität Leipzig, zu verjagen, weil er getwittert hatte: »Wir schulden den Afrikanern und Arabern nichts. Sie haben ihre Kontinente durch Korruption, Schlendrian, ungehemmte Vermehrung und Stammes- und Religionskriege zerstört und nehmen uns nun weg, was wir mit Fleiss aufgebaut haben.«
 
Koffeinwasser. Eine Studentin an der Uni Basel liest unter dem Titel ›Die gute Studentin trinkt Koffeinwasser‹ ihresgleichen kräftig die Leviten.  Kalorienfreies Koffeinwasser zur Selbstoptimierung sei der „Renner«. Aushangtauglich.
 
Sprachverödung. Ein Großteil der Studierenden beherrscht die deutsche Sprache nur mangelhaft. Ein Großteil! Multiple Choice als eine der Ursachen. Aber auch die Lehrenden tragen zur Verkümmerung des Deutschen bei, indem sie immer häufiger auf das Englische umsteigen: in Vorbereitungspapieren für Vorlesungen und Prüfungen, mit Empfehlungen englischer statt deutscher Lehrbücher, mit langen englischen Passagen in Seminaren usw. Was dabei verlorengeht, hat Winfried Thielmann, Professor an der TU Chemnitz, dramatisch beschrieben: »Wird der deutschen (und der europäischen) Wissenschaft das Englische durchgehend verordnet, wird sich das angelsächsische Monopol, das bei den ›international refereed Journals‹ und den Zitationsindizes besteht, auch auf die gesamte Theoriebildung ausdehnen. Ausgerechnet der konkurrenzorientierte Wissenschaftsdiskurs wird sich in Europa dann so abspielen, dass angelsächsische Theorien und Terminologien autoritativen Status besitzen und Wissenschaft hierzulande dann bestenfalls noch in der Nachahmung besteht. Dies würde zu autoritätsbasierten Strukturen führen, wie sie für die Scholastik charakteristisch sind, und diejenige Pluralität verhindern, ohne die neuzeitliche Wissenschaft nicht denkbar ist. Damit sind diejenigen kanonischen Verhältnisse wiederhergestellt, denen man einst durch Mehrsprachigkeit entkommen ist: Scholastik statt Neuzeit.
Denkt man dies weiter, so ist man rasch bei einer Wissenschaftsdiktatur amerikanischer Prägung, die ihre Theorien, Termini und Traditionen weltweit durchsetzt und die Voraussetzungen dafür schafft, dass eine externe, das heißt andere (und eben auch anderssprachigen) Traditionen sich verdankende Kritik nicht mehr möglich ist« (FAZ v. 22. März 2018, S. 6).
 
Szientokratie. Die angelsächsische »Wissenschaftsdiktatur« (W. Thielmann) mit der Folge eingeschränkter Kreativität in anderen Sprachen hat zur Großprojektemanie außerhalb des angelsächsischen Dominanzmilieus geführt, um Defizite auszugleichen. Das wird vom »Kollaps der Fähigkeit zur Distanzahme« begleitet (vgl. Strohschneider, P.: ›Über Wissenschaft in Zeiten des Populismus‹, Festvortrag des DFG-Präsidenten am 4. Juli 2017, im Internet verfügbar).
 
Unliebsame Konkurrenten. Große Konzerne (VW u.a.) bieten Promotionsprogramme an, die sie selbst nicht erfüllen können, weil nur Hochschulen promovieren können. Um den Hohen Schulen Beine zu machen, benutzen sie Druckmittel: Drittmittel gegen Doktorväter. Die Konzerne geben vielfach den Kandidaten und das Thema ohne Absprache mit den Betreuern vor. Die »Unsitte der Kuckucksei-Promotionen« hat sich insbesondere bei Technischen Hochschulen eingeschlichen; sie untergräbt die Hochschulautonomie (vgl. HB vom 13. Dez. 2017, S. 10).
© Walthari®, ausgenommen die Originalzitate.  Aus: www.walthari.com
 



6. Mai 2014
 
Im 86. Semester
Teil 41 der Artikelserie ›Aus dem akademischen Leben‹

Von Univ.-Prof. em. Dr. E. Dauenhauer

 
Der bekannte Literaturwissenschaftler Hans-Ulrich Gumbrecht (Stanford Universität) berichtet in ›Forschung & Lehre‹, Heft 4/2014, sicherlich zum Erstaunen seiner deutschen Kollegen: »Ich gebe eine gute Hälfte« (meines Institutsgeldes) »für Abend- und Mittagessen aus, bei denen wir ohne Zeitdruck, intensiv (und mit Kollegen und Doktoranden  gerne auch über einer Flasche Rotwein) intellektuelle Problem diskutieren, an denen uns liegt.« Und die Universität erkenne keine Veruntreuung, weil es »zur Lebensform der ›Humanities and Arts‹«  gehöre. »Ich beschreibe sie gerne als Kontemplation.«  Darin sehe ich eine kollegiale Bestätigung meines Buches ›Die Universität als Lebensform und Reformopfer‹ (2002)
 
Kritikscheu. Angesichts institutioneller Abhängigkeiten im Bologna-Rahmen sei es nicht opportun, sich kritisch zu äußern, sagte mir vor Jahren ein Kollege, der mir vorhielt: »Als Emeritus können Sie sich eine offene Kritik erlauben.«. Der Kollege irrte: Auch schon vor meiner Emeritierung  habe ich mich intern und extern hochschulpolitisch-kritisch geäußert (vgl. dazu die Buchveröffentlichung ›Dreißig Jahre Landauer Lehrstuhl‹, 2001)
 
Streitkultur. Das Juni-Heft/2013 von ›Forschung & Lehre‹ des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) widmete sich ganz dem Thema ›Streitkultur‹. Erkennbar sah sich der Verband, dem über 28.000 Universitätsdozenten angehören, veranlaßt, an ein Wesensmerkmal von Wissenschaft zu erinnern. Er widersprach damit dem Selbstverständnis der HRK; diese versteht sich als  »die (!) Stimme der Hochschulen«.
 
Im Jahre 2012 arbeiteten 688.000 Akademiker in Niedriglohnsektoren mit Stundenlöhnen unter zehn Euro brutto (Quelle: Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen). Frauen waren fast doppelt so häufig betroffen wie Männer. 191.000 Akademiker waren arbeitslos, während Handwerksgesellen allerorten gesucht sind und in der Regel das Mehrfache eines Mindestlöhners verdienen. Hat die Studienberatung versagt?
 
Die Regelstudienzeit wird bei zahlreichen Studiengängen stark verfehlt: mit rund fünfzig Prozent in der Erziehungswissenschaft und Psychologie, zu rd. zwei Dritteln in der Mathematik, in den Sozial- und Politikwissenschaften sowie in der Informatik. Insgesamt schlossen im Jahr 2012 nur 39,3 Prozent aller Hochschulabsolventen ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit ab (Quelle: Statistisches Bundesamt, interpretiert in: Campus/FAZ Nr. 5/2013). Diese Zahlen erstaunen angesichts des modulisierten Regelwerks.
 
Akademisierungswahn. Unter diesem Schlagwort hat der bekannte Philosoph J. Nida-Rümelin jüngst für Furore gesorgt und nebenbei ein Projekt der gleichmacherischen Bildungspolitik unterlaufen: das Studieren ohne Abitur; ein Meisterbrief genügt und sogar ein Gesellenbrief (nach zwei bis drei Jahren Berufserfahrung). Obschon das Projekt seit Jahren propagiert, liegt der Anteil nur bei 1,5 Prozent der 2,5 Mio. Studenten (2013, Statistisches Bundesamt). Die Politik gibt den Hochschulen die Schuld für den geringen Anteil und will ihnen im Hochschulpakt (der Großen Koalition) ›Meister‹-Beine machen. Noch eine Hochschulreform, die alles über den didaktischen Leisten ziehen will.
 
Doktor (FH). Die wegen Plagiatsvorwürfen zurückgetretene Bundesbildungsministerin Annette Schavan bezeichnete das autonome FH-Promotionsrecht als »Evaluation«. Der DHV-Präsident B. Kempen sieht die Universitäten »ihres Markenkerns beraubt«. Schon längst können Fachhochschulen in Kooperation mit Universitäten promovieren lassen, aber das genügt der Politik und FH-Lobby nicht.  Der Dr. (FH) käme in der Tat einem Dammbruch gleich, weil damit das Promotionsrecht auch außerhochschulisch installiert würde (Wiss. Akademien, MPI’s usw.). Was bliebe dann noch den Universitäten als Alleinstellungsmerkmal?
 
Auf einer Professorentagung im März 2014 in Bonn lernte ich Stiftungsmodelle zur Wahrung wissenschaftlicher Nachlässe kennen. Auf dem Hintergrund eines Vorgangs, bei dem ein amtlich bestellter Testamentsvollstrecker den wertvollen Nachlaßbestand eines mir nahen Fachkollegen entsorgte, ohne zuvor Dritte zu informieren, war die Tagung lehrreich.
 
Eine Stiftung mit hohem Kapitalstock  hinterließ einer meiner Fachkollegen. In die Verwaltung ist seine Universität satzungsgemäß eingebunden, die bei seiner Beerdigung… Bis heute fehlen mir die Worte.
 
Studienberatungen mit Eltern nehmen in Basel und zunehmend auch an anderen Universitäten zu. Hochschul-Reife der Studierwilligen?
 
Eine scharfe Abrechnung mit den OECD-Statistiken nahm Rainer Bölling (FAZ Nr. 73/2014, S. 6) vor. Er legte methodisch offen, was ich bildungspolitisch seit den 90er Jahren der OECD vorhalte (in: ›Berufsbildungspolitik‹, 4. Auflage): Sie verkennt den Stellenwert der dualen Betriebslehre, indem sie seit Jahrzehnten nur die Hochschulreife und den akademischen Abschluß als Fortschrittsmaßstäbe gelten läßt. Professorales Gegen-Geflüster: rund ein Dritte der Studierenden besitzt nicht…
 
Open Access, Open Science, Science 2.0: Der heftige Streit könnte mit der gerade anrollenden Industrie 4.0  bald Geschichte sein. Wenn alle Dinge internetal vernetzt sein werden und die digitalen Großmächte (Google, NSA & Co)  ungezähmt bleiben, huscht schon der erste Satz in einem Forschungsbericht ins Überwachungssystem. Vermutlich macht sich keine Hochschule heute eine Vorstellung davon, was auf der Cebit 2014 in Hannover sich ankündigte.
 
Schon um das Jahr 2000 experimentierte das ehemalige Landauer IWW (inzwischen aufgelöst) mit Online-Lehr-Lern-Angeboten. Mittlerweile bieten fast 200 Hochschulen in den USA mit Courser, EDX u.a. Kurse an. In Deutschland arbeiten zwei Dutzend Hochschulen mit Inversity und erfassen mit 28 Kursen fast eine halbe Million Studierende. Was bleibt vom atmosphärischen ›Gesicht‹ einer personalen Lehrveranstaltung?
 
Streitfall Bologna-Reform: In mehreren Folgen dieser Artikelserie habe ich in den vergangenen Jahren die Schwächen der Bologna-Reform beschrieben und auf die negative Kosten-Nutzen-Bilanz hingewiesen. Dabei durfte ich mich zu den »ewigen Gestrigen« (Annette Schavan) rechnen, über die auch die HRK und zahlreiche Bildungspolitiker herfielen. Inzwischen haben die Fakten auch die HRK und Politiker zu erstaunlichen Eingeständnissen verholfen. Die HRK-Arbeitsgruppe ›Europäische Studienreform‹ verabschiedete am 19. Nov. 2013 »Empfehlungen«, in denen eingestanden wird, daß die von ihr geschürte »Erwartungshaltung« dazu geführt habe, »dass der Bologna-Prozeß von Beginn an (!) überfrachtet wurde«. Von Beginn: die HRK und andere Reformbetreiber haben es also gewußt oder wissen können. Und nun machen sie für »Fehlentwicklungen« die Universitäten verantwortlich und suchen Systemfehler lediglich im Prozeß und  in Akzidenzien. Sie beschönigen, wenn sie feststellen, »dass die durch ›Bologna‹ eröffneten Spielräume zu wenig genutzt und oft durch Bürokratie, Detailsteuerung und nicht immer geglückte Umsetzung wieder eingeengt wurden. Dies gilt einerseits für die oft unnötig detaillierten internen und externen Vorgaben für die Gestaltung von Bachelor- und Masterstudiengängen und für die Qualitätssicherung. Es gilt andererseits auch für Fehlentwicklungen auf der operativen Ebene, die innerhalb der Hochschulen selbst verursacht wurden und deshalb auch dort korrigiert werden müssen. Dabei sind grundsätzlich alle Ebenen und Einheiten der Hochschule angesprochen, von der Leitung der Hochschule und der Fakultäten und Fachbereiche bis hin zur Hochschulverwaltung und  den einzelnen Hochschullehrerinnen und -lehrern« (Hervorhebung nicht im Original).  Da reibe ich mir schon die Augen. »Warum universitäre Großreformen meist scheitern«, ist ein Unterkapitel in ›Die Universität als Lebensform und Reformopfer‹ (2002, S. 6 ff.) überschrieben.
 
Zerstörung: In ›Forschung & Lehre‹, Heft 5/2014, kann man auf Seite 37 lesen: »Durch die Abschaffung des klassischen einphasigen Studiums, das in Deutschland und anderen kontinentaleuropäischen Ländern mit einem Diplom, Lizenziat, Magister oder einem Staatsexamen endete, sowie durch ein zweiphasiges Bachelor-Master-System nach angloamerikanischem Vorbild wurde der Bildungsauftrag der Universität und damit das kontinentaleuropäische Konzept zerstört.«    Professor Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg; zitiert nach ›Die Welt‹ vom 13. April 2014.
 
Gelehrtenverspottung. Jean Paul schrieb über die deutschen Gelehrten: »sie wollen wie die Metaphysiker  alles von vorn an wissen, recht genau, in Großoktav, ohne übertriebene Kürze und mit einigen citatis. Sie versehen ein Epigramm mit einer Vorrede und ein Liebemadrigal mit einem Sachregister« (in: ›22. Hundposttag‹, Sämtliche Werke, Bd. I, München 1060, S. 817).
Und Ludwig Börne setzte noch eins drauf: »Steif wie eine lateinische Deklination schreitet die deutsche Gelehrsamkeit einher und fällt jedesmal zu Boden, sooft sie es wagt, ein Kompliment zu machen« (in: ›Über Theorie und Praxis in der Politik. Das Leben und die Wissenschaft‹ [1808], Sämtliche Schriften, Bd. I, Düsseldorf 1964, S. 113.
© Walthari®, ausgenommen die Originalzitate.  Aus: www.walthari.com
 

 




 
Erich Dauenhauer
 
 

Die Universität
als
Lebensform
und Reformopfer

Eine Bilanz nach 
zweiunddreißig Lehrstuhljahren 
 
   
 

2002
 
 
 
 
 
   
 
 
 

Walthari®

 

Einführung

Wer als Universitätslehrer auf fünfundsechzig Semester zurückblicken kann, darf sich wohl Urteile über eine der ältesten, zugleich komplexesten und sensibelsten Institutionen der abendländischen Kultur erlauben – mit aller Vorsicht und Differenzierung natürlich, wie es einem Homo scientiae geziemt. Zwar konnte ich meine Erfahrungen lediglich an einer vergleichsweise kleinen Hochschule in der (pfälzischen) Provinz sammeln, aber selbst die bukolische Weinlandschaft vor den Toren meiner Alma Mater hat eifernde Reformer nicht davon abhalten können, das universitäre Leben immer wieder in Schieflagen zu bringen. Eine Universität, die sich ihrer geschichtlich gewachsenen Strukturidee und ihres verfassungsrechtlich geschützten Auftrags bewußt ist, hat nichts notwendiger als wache und mutige Hochschullehrer, die wissen, daß es nicht genügt, nur exzellente Forschung und Lehre betreiben zu wollen. Ist doch die deutsche Universität seit ihren Anfängen im 15. Jahrhundert ein ständiges Objekt wissenschaftsfremder Begierden von innen und von außen – heute mehr denn je. Innerhalb ihrer Mauern sind der Gremienbetrieb, die Quotenprivilegien, die zentralistische Verwaltung und der Ämterehrgeiz mancher Wissenschaftler ihre größten Feinde. Von außen fühlt sich die Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden gesetzlich und ideologisch so sehr eingeschnürt, daß sie ihre originären Aufgaben, nämlich Erkenntnisgewinnung und -vermittlung sowie Persönlichkeitsbildung, zum betriebswirtschaftlichen Durchlaufproblem von Massen verkommen sieht. Den Großbetrieb namens Universität halten Kapazitätsverordnungen, detaillierte Studien- und Prüfungsordnungen, Evaluationspraktiken und zahlreiche andere Vorgaben in Atem – sichtlich zum Wohlgefallen vieler Universitätspolitiker in Verbänden, Parteien, Parlamenten und Ministerien, die primär anderes im Sinn haben als die Pflege der Wissenschaften. Weder die inneruniversitären Funktionäre und Quotenüberwacher noch die externen ›Reform‹-Antreiber werden je begreifen, was Wissenschaft als ethosgeleiteter Beruf (Max Weber) bedeuten kann und welche Bildungschancen sie der studierenden Jugend durch wuchernden Reformeifer vorenthalten. Vornehme Zurückhaltungen der berufenen Vertreter der Wissenschaft sind völlig fehl am Platz... 

Landau, Wintersemester 2002/03

Bezugsmöglichkeiten
·    Netzpost: dauenhauer@walthari.de
·       Fax: 06395-9109306
·       Walthari, Fritz-Claus-Str. 23, 66981 Münchweiler

Inhaltsverzeichnis

Einführung 9
Binnenleben - Universitäres Leben: Selbstverständnis 
und akademische Spiel-Regeln 11
Universitäres Selbstverständnis? 11 ? Gemeinschaft der Lehrenden 
und Lernenden 11 – Selbstbehauptung des Geistes 12 - Kulturelle Barbarei 12 – Akademische Spiel-Regeln 13 – Emergentes Großunternehmen 13 – Kollegialitätsprinzip 14 – Mitbestimmung 15 - Reformtagungen 16 – Einheit von Forschung und Lehre 16 – Universitas 17 – Universität und Staat 18 – Zynischer Geist 20 – Akademischer Klein-Bürger 20 – Jobmentalität 20 – Wehmütige Erinnerung 21 – Grußworte und Prominentenreden 23 – Talarzynismus 23

Zwischentext 1
Zur Humboldt’schen Bildungs- und Universitätsidee 25

Autonomie - Gefesselte Wissensriesen: Wie autonom 
sind noch Universitäten? 28
Faktische Autonomiebeschränkung 28 - ›Undemokratische‹ Wissenschaft? 28 – Gibt es eine Alternative zur Budgetierung? 28 - ›Schließt die Hochschulreferate!‹ 29 - Deklaration 30 – Teilautonome Universitäten 30 – Vertreibung der Eliten 31 – Leistungsbezogene Finanzdotierung 31 – Unter Ahnungslosen 32 – Wissenschaftsverlierer 32 – Hochschulen als Wissenskonzerne? 33 – Finanzautonomie und Sponsorenblindheit 33 – Arbeitsklima 34 – Mentaler Autonomieverlust 35 – Gesetz der Wissenschaft 35 

Zwischentext 2
Nietzsches Bildungs- und Universitätsverständnis 36

Studieninhalte - Dringliche Erwartungen: 
Wissensgebote und Erkenntnispfade 43
Lehrangebot und späteres Berufsfeld 43 – Strukturlernen 44 – Pfade durch’s Wissensdickicht 44 – Harte Fächer, weiche Fächer? 45 – Inhaltsbeschwörung des Wissenschaftsrats 46 – Lehrfreiheit vor Firmenschutz 47 – Studium generale 48 – Unternehmerisches Denken? 48 – Potemkinsche Blendwerke 49

Zwischentext 3
Max Weber: Akademisches Leben - »ein wilder Hasard« 50

Studienabschlüsse - Masterblüten: Akademische
Titelwirtschaft  55
Diplom und Magister ade? 55 – Ministerielle Aushebelungen 56 – 
Vom Abitur zum Aditur 57 – Studienabbrecher 57 – Zielvereinbarungen 58 – Gleichwertigkeit als Inhaltsschimäre 58 – MBA-Schelmereien 59 – Entprofessionalisierte Lehramtsstudiengänge 59 – Getürkte Europafähigkeit 62 

Zwischentext 4
Eleganter Unsinn: Über wissenschaftliche Scharlatanerie 63

Reformen - Meist schneidiger Aktivismus:
Die Universität als Reformopfer 65
Warum universitäre Großreformen meist scheitern 65 – Grundpfeiler einer fortwirkenden Universitätsreform 67 – Personalstruktur und -status 68 – Kleine Änderung mit großer Wirkung 69 – Statthaltertum 69 – Eulenspiegeleien 70 – Landesherrlich 70 – Jahresberichte des Präsidenten 71 – Hochschulrektorenkonferenz 71 – Reformsaldo 72 - Lehrstück für Reformopfer 72 – Alt bleibt neu 73 – Syndikalistische Großreformer 74 – Dezentralisierung 75 - »Feinde der Universitäten« 76

Zwischentext 5
Didaktische Überdosis: Der Furor pädagogischer Fürsorge 77

Evaluation - Mit der Meßlatte unterwegs: Qualitätsmanagement in Forschung und Lehre 81
Was evaluierbar ist 81 – Evaluations-›Industrie‹ 82 – HRK-Evaluationsideen 83 – Unerwünschte Evaluationseffekte 83 – Bildungscontrolling 84 – Die Vorlesung als Fertiggericht 84 - »Gar nicht erst ignorieren« 85 – Studentische Lehrwünsche 85 – Ansehens-Messungen 86 – Sancta ira doctrinae 87 – Lehranreize 88 – Diener seines Faches 88 – Lehrberichte 89 – Wer rettet die Wissenschaft vor REFA-Experten? 89 – Lehrportfolio 90 – Gymnasialisierung der Universitäten 90 – Hochschulreformpapiere 92 – Bummel-Studium 92 - Folienprofis 93 – Merkmale guter Lehre 93 

Zwischentext 6
Die Vorlesung: Ein akademischer Meisterpfad jenseits 
der Ächtung 95

Professoren - Oh je, die liebe Kollegenschaft: 
Professoren zwischen Ängstlichkeit und Pflichterfüllung  100
Professorenschelte 100 – Libido sciendi  101 - Professorenberatung 103 – Präsenzpflicht 104 - ›Pisa‹-Professoren 105 – Werden Professoren durch Drittmitteleinwerbung kriminalisiert? 107 – Wissenschaftsfreiheit 108 – Betrogene Studenten, genarrte Professoren 111 – Promotionsnavigator 112 – Ambulante Lehre 112 – Hausberufungen 113 – Wundersame Lehrstuhlvermehrung 113 – Grauenvoll 114 - Seniorprofessoren 115 – Emeritusschweif 115

Zwischentext 7
Innovationsüberlastung: Ein reformskeptisches Erinnerungsstück 116

Mittelbau - Wackere Helfer: Betrachtungen zum Mittelbau 119
Uni-Flüchter 119 – Förderung und Fürsorge 119 – Institutsstil 120 – Hurtiger Corpsgeist 121 – Schlechte Manieren 122 – Mitarbeiter und Nestflüchter 122 - »Von des Orts Beschaffenheit zu Universitäten« 123

Zwischentext 8
Radikalkur: »Schafft die staatlichen Universitäten ab!« 124

Studierende - Strebsame Luxusgeneration: 
eine bildungspolitische Manövriermasse 127
Studentsein heute 127 – Der Student als Universitätskunde 127 – Hochschul-Reife? 128 – Zum Studentenbild der Professoren 129 – Der Teilzeitstudent 129 – Animationsklima 130 – Stipendiennot 130 – Studiengebühren 131 – Mehr Maus als Buch 132 – Der Wohnort der Großmutter als Auswahlkriterium 133 – NC-Bürokratisierung 133 – Ausländische Studenten 134 – Studieren in fremden Landen 135 – Kriminalistische Suchmaschinen 135 – Gewalt und Disziplin 136 – Arbeitgeberklagen 137 – Hochschulen als arbeitsmarktpolitische Parkstation 138 – Seniorstudenten 138 

Zwischentext 9
Universitätsberater: Bestellte Legitimationsbereiter 139

Universitätsverwaltung  Mal so, mal so:
Die Universität als Behörde 142
Gestufte Hochschulverwaltung 142 – Präpotente Verwaltung 143 – Verwaltungsvereinfachung 143 – Teilprivatisierung der Hochschulverwaltung 144 – Universitäres Sozialkapital 144 – Ängstliche Verwalter 146 – Basisferne 146 – Die HRK als Überverwalter 147

Zwischentest 10
Formelschön: »Der Capitalwerth des Menschen« 148

Imagepflege - Die Alma Mater am Schmink- und 
Spieltisch: Arbeiten am Mythos der Universität  150
Alma Mater? 150 – Bildverschönerungen 150 – Arbeiten am 
Mythos Universität 152 - 

Zwischentext 11
Sprachverlust heißt Erkenntnis- und Weltverlust: Muttersprachliche Defizite 155

Vermarktung - Die Mähr vom Elfenbeinturm:
Universität und Gesellschaft  159
Universität und Beschäftigungssystem 159 – Marktanpassungen 160 – 
Universität als Teil der Ordnungspolitik 161 – Profilbildung 162 – Moderatorenmodell 163 - Kontaktstudium 163 – Subventionierte Wirtschaftskooperationen 163 – Wissensgesellschaft 164 – Pflicht zur Drittmitteleinwerbung 164 – Gemachte Wissenschaftler 164 – Universitäten als Mahner und Wegweiser 165 – Universität und Gesellschaft 166 – Wissenschaftstourismus 167 – Absolventenbücher 167 – Corporate Universities 168 – Gehorsamst zu Diensten 169

Zwischentext 12
Kategorialanalysen: ein einheitsstiftender Anker der 
Wissenschaften  170

Wissenschaftspolitik - Beste Grüße aus Amerika: 
Über universitäre Wissenschafts- und Fachpolitik 172
Universitäre Politikfelder und Durchgriffsorganisation 172 – Fürsorglichkeitsdiktatur der Hochschulpolitiker 172 – Zerbrochene Einheit der Wissenschaften  173 - Demokratisierungsideologien 174 – Jahresgutachten zur Lage der Universitäten 176 – Syndikalistische Aufräumer 176 – Fachidole 176 – Vergessene Disziplinmeister 177 

Literarischer Diskurseifer  Buchrezensionen 178

Abkürzungsverzeichnis  190
Literaturhinweise 192
Themeneinschlägige Veröffentlichungen des Verfassers 200
Stichwortverzeichnis 202